Wie Dir ein NEIN leichter über die Lippen kommt

Wie Dir ein NEIN leichter über die Lippen kommt

NEIN! 4 Buchstaben und eine große Wirkung. Trotzdem ist gerade dieses Wort für Schüchterne mit Angst besetzt.

 

Doch ich habe es seinerzeit gelernt, es einfacher anzuwenden, ohne Angst zu haben. Wenn Du weißt, wie es geht und was dahintersteckt, kannst Du Dich und die Angst überwinden.

 

Ein Nein zeigt Grenzen auf. Es grenzt aber auch ab. Und es kann jemanden vor den Kopf stoßen. Ungewollt, oder auch gewollt. Und das fühlt sich für Denjenigen nicht gut an. Die Folge: Ablehnung. Ich erzähle Dir ein Beispiel von mir. Vielleicht hilft es Dir ja auch.

Ein Nein zu jemand anderem ist ein Ja zu Dir

Wie oft habe ich mich gequält vor Angst, und hatte Angst davor jemanden zu vergraulen. Wie oft habe ich mich verbogen, ein Ja gesagt und es gar nicht so gemeint. Der Zeitpunkt, der mir am meisten die Augen öffnete, war der Besuch einer Bekannten. Denn die hatte ziemliches Sitzfleisch. Der Abend wollte kein Ende finden und sie nicht gehen.

 

Ich wollte sie nicht rauswerfen und versuchte es auf andere Weise. Doch egal, was ich machte, sie übersah und überhörte alles. Ob ich nun, lauthals gähnte, unruhig auf meinem Stuhl hin und herrutschte oder erzählte, dass ich früh raus musste. Sie blieb. Irgendwann wurde es dann auch ihr zuspät und sie verabschiedete sich.

 

Ich war stinksauer auf sie. Aber auch auf mich. Warum war es mir nicht möglich, einfach zu sagen, dass ich nun müde sei und sie gehen müsse? Warum hatte ich mich ihretwegen so verbogen?

 

Dahinter steckt die Angst abgelehnt zu werden. Also, wenn ich zu jemandem Nein sage, ist derjenige so sauer auf mich, dass er mir die Freundschaft aufkündigen könnte. Weil ich davor Angst habe, sage ich eben eher Ja, obgleich mir viel mehr nach Nein ist.

Wie ein Nein leichter zu sagen und leichter zu nehmen ist

Was ich seinerzeit nicht konnte und nicht besser wusste, wie Du ein Nein besser verpacken kannst. Denn ein Rausschmiss wäre mir peinlich gewesen. Immerhin gibt es zwischen schwarz und weiß gibt noch jede Menge Grautöne. Ich hatte jemandem erzählt, was mir passiert ist und bekam einen ziemlich coolen Tipp.

 

Der Bekannte gab mir den Tipp, klipp und klar zu sagen was Sache ist. Doch verbunden mit einem Angebot. Das würde in diesem Fall so gewesen sein: "Liebe Birgit, sei mir nicht böse, doch ich würde gerne unsere Verabredung, unser Gespräch, unser Treffen ein anderes Mal fortsetzen. Ich bin müde und möchte jetzt ins Bett."

 

Natürlich musst Du Dich nicht immer unbedingt erklären. Es sollte insbesondere bei guten Bekannten oder Freunden möglich sein, auch ohne weitere Erklärung eine Verabredung zu beenden. Doch mit dem Angebot, es bei nächster Gelegenheit fortzusetzen, kann der andere es leichter nehmen. Und das auch mal, falls Du danach enttäuscht sein solltest. Denn Du hast ja gleich das Angebot bekommen, dass das Treffen wiederholt wird.

Und wenn Du trotzdem dafür abgelehnt wirst?

Natürlich gefällt es nicht jedem, wenn eine Verabredung einseitig abgebrochen wird. Und auch nicht, wenn jemand auf eine Bitte von Dir NEIN sagt. Doch es ist sein gutes Recht. Ich kann nicht davon ausgehen, auch nicht bei Freunden, dass diese grundsätzlich mit JA antworten. Auch Freunden solltest Du das Recht einräumen, ohne ihnen das anzukreiden. Allerdings, wenn das sehr oft vorkommt, dass Du ein NEIN bekommst, würde ich das schon hinterfragen.

 

Wenn Dich jemand dafür verurteilt und daraufhin den Kontakt zu Dir abbricht, schau genauer hin. Vielleicht ist das ja gar keine Freundschaft? Wenn Du zu oft ein NEIN bekommst gibt es Gründe dafür. Die müssen nicht unbedingt mit Dir zu tun haben. Doch, wenn eine vermeintliche Freundschaft keine ist, mag es vielleicht daran liegen. Dann tut die Ent_täuschung darüber im Moment weh. Doch dann weißt Du wenigstens Bescheid und woran Du bist.

Fang an zu Dir und zu einem NEIN zu stehen

Ich kann nur sagen, dass ich aufgrund meines Erlebnisses gelernt habe NEIN zu sagen. Und es war viel einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich verpacke es meistens so gut, sodass ich häufig Verständnis ernte und gut. Was für eine Befreiung! Mir vielen seinerzeit so viele Steine vom Herzen! Mit jeder Überwindung Nein zu sagen, wuchs mein Mut es zu äußern. Vor allem das Zutrauen zu mir selbst. Ich fühlte mich in meiner Haut sehr viel wohler. 

 

Klar gibt es Situationen, die auch mal nicht so einfach laufen. Oder auch wehtun können, wenn es nicht so läuft, wie gedacht. Aber: That's Live!

 

Und jetzt Du! Trau Dich. Es lohnt sich.